"Reinstes lebendiges Wasser" muss das Wasser der Mikwe, des jüdischen Ritualbads, sein. Welche Bedeutung die rituelle Reinigung für jüdische Frauen heute hat, dem sind Fotografin Janice Rubin und Schriftstellerin Leah Lax nachgegangen. Heute spricht Janice Rubin persönlich zur Eröffnung des zweiten Teils dieser kleinen, feinen Ausstellung im jüdischen Museum Fürth.

(c) Janice Rubin

Janice Rubin hat Frauen beim Bad in der Mikwe und in anderen persönlichen Momenten in ihrem Leben fotografiert. Es sind Fotografien der Art, bei denen ich mich frage: wie hat es die Fotografin erreicht, dass die Menschen ihre Anwesenheit vergessen haben?

Denn so sehr bei sich wirken diese Frauen, als wären sie allein. Dies, und eine Stille, machen die Anziehungskraft dieser Bilder aus.

Den Fotografien gegenübergestellt sind Zitate aus Interviews, die Leah Lax mit Frauen über die Mikwe geführt hat. Sie sprechen von Themen, die die meisten Frauen in ihrem Leben irgendwann betreffen. Wir lesen von Frauen, die die Mikwe als überkommenes Ritual ablehnen, oder der Russin, die zu Sowjet-Zeiten im gefrierenden Wasser der geheimen Mikwe unter dem Küchenboden untertaucht - was nicht nur unglaubliche Überwindung, sondern bei Entdeckung auch "ab nach Sibirien" bedeutet. Von Frauen, die einst mit der religiösen Bedeutung der rituellen Reinigung nicht viel anfangen konnten und heute in diesem Ritual für sich persönlich eine heilende oder erneuernde Wirkung finden.

(c) Janice Rubin

Gerade diese Einblicke sind auch für jene (Frauen) berührend, in deren Leben solche Rituale, seien sie nun religiös motiviert oder nicht, keinen Raum haben. Ein solches Ritual, es hätte das eine oder andere Mal vielleicht gut getan ...

Website: http://www.mikvahproject.com

26.1.11 - 13.3.11 | Jüdisches Museum Franken in Fürth
Das Mikwen-Projekt II - The Mikvah Project II
Fotografien von Janice Rubin, Texte von Leah Lax
Sonderausstellung
Eröffnung 26.1.11 19.30 Uhr

Zur Ausstellung gibt es auch eine Publikation mit allen Bildern und Texten. Leider weiß ich nicht, wo sie überall erhältlich ist - bei Interesse am besten direkt beim jüdischen Museum anfragen. Oder auf der Webseite des Projekts bestellen.

 

das-mikwen-projekt

 

It has to be "purest living water" for the Mikvah, the jewish bath used for ritual immersion. Fotographer Janice Rubin and writer Leah Lax explored what the Mikvah means to jewish women nowadays. Tonight, Janice Rubin will talk at the opening of the second part of this fine little exhibition at Jewish Museum in Fürth.

Janice has captured women when immersing into the mikvah, and in further personal moments in their lives. These are photographs of the kind that make me wonder: how did the fotographer manage to have people forget her presence?

Because the women appear to be so very by themselves as if they weren't a camera. It's this, and a certain tranquility, that makes one drawn to those photographs.

The photos are paired with quotes by women Leah Lax interviewed on the subject of the mikvah. They talk of issues most women are concerned with at one or the other point in their lives. We read of women who reject the mikvah as an obsolete ritual, or of the Russian who, in Soviet times, immersed into the freezing water of a secret mikvah under the kitchen floor - which not only meant incredible effort but also risking to be sent "off to Siberia". Of women who initially couldn't do anything with the religious meaning of ritual cleansing but today find a personal healing or regenerating effect in this ritual.

It's these insights that make the exhibition touching for even those (women) in whose life is no room for such rituals, be they rooted religiously or not. A ritual like this, it maybe could have done good one time or another ...

Website: http://www.mikvahproject.com

26.1.11 - 13.3.11 | Jewish Museum Franconia in Fürth
Das Mikwen-Projekt II - The Mikvah Project II
Photographs by Janice Rubin, texts by Leah Lax
special exhibition
Opening 26.1.11 19.30 o'clock

There is a catalog including the photographs and texts. I'm afraid I don't know where it is available in Germany - if interested, please turn to the jewish museum. Or order one via the project's website.